
Ich war eigentlich immer frei.
Frei in dem, was ich wollte. Frei in dem, was ich tat. Frei in meinen Entscheidungen.
Und dann wurde ich Mama.
💭 Plötzlich war alles anders
Mit der Geburt meines ersten Kindes änderte sich alles – schlagartig.
Man liest so viel. Gerade als frischgebackene Mama. Und Social Media ist dabei Fluch und Segen zugleich.
Überall steht, was man tun muss. Was man auf keinen Fall falsch machen darf. Bindung hier, Bindung da.
Ich hatte das Gefühl: Ich darf mein Kind keine Sekunde loslassen.
Ich kann heute nicht einmal mehr sagen, wann ich das erste Mal bewusst alleine war. Es müssen Monate gewesen sein.
Und das Verrückte ist: Es fühlte sich nicht falsch an.
Ermüdend? Ja. Überfordernd? Auch. Aber ich dachte: So muss es sein.
Ich mache alles richtig. So steht es doch überall.
👶👶 Noch mehr Liebe – noch weniger ich
Dann kam unser zweites Kind.
Unsere Bindung war das Wichtigste – zu beiden Kindern, gleich stark, gleich intensiv.
Doch gleichzeitig wurde alles mehr:
- eine anstrengende Schwangerschaft
- ein forderndes Kleinkind
- ein neues Leben zu viert
Und ich? Ich war irgendwann einfach nur noch ausgelaugt.
Obwohl ich Unterstützung hatte. Familie. Freunde. Hilfe war da.
Aber ich habe sie nicht wirklich genutzt.
Statt mich um mich zu kümmern, habe ich weiter gelesen. Recherchiert. Optimiert.
Mein Kopf stand nie still.
Mental Load, der mich langsam erdrückte.
🧠 Der Wendepunkt
Irgendwann konnte es so nicht weitergehen.
Ich begann, meine Gedanken bewusst umzulenken.
In meiner zweiten Elternzeit habe ich angefangen, mehr zu nähen. Kreativ zu sein. Etwas für mich zu tun.
Ich habe mich nicht mehr nur mit Erziehungsratgebern beschäftigt – sondern mit meiner eigenen Psyche.
Mit mir.
Durch weitere Veränderungen in unserem Leben lebten wir eine Zeit lang mit Familie zusammen.
Und dort passierte etwas Entscheidendes:
Ich habe gelernt, Verantwortung abzugeben.
Nicht nur körperlich. Sondern auch mental.
📖 Ein Satz, der alles verändert hat
Das Buch „Bindung ohne Burnout“ von Nora Imlau hat mir die Augen geöffnet.
Plötzlich wurde mir klar: Das, was ich fühle, ist real.
Und noch wichtiger:
Loslassen zerstört keine Bindung. Es erweitert sie.
🌿 Zurück zu mir
Ich fing an, mir wieder mehr zuzutrauen.
- Ich wurde beruflich mutiger
- Ich nahm mir bewusst Zeit für mich
- Ich erlaubte mir Pausen
- Ich begann, wieder als Paar zu leben – nicht nur als Eltern
Und auch wenn noch nicht alles perfekt ist – eins ist heute klar:
Unsere Bindung ist stark.
Vielleicht gerade weil ich mich selbst wiedergefunden habe.
🤍 Du musst keine perfekte Mutter sein
Ich habe lange gedacht, ich muss perfekt sein.
Immer geduldig. Immer präsent. Immer alles richtig machen.
Aber weißt du was?
Kinder brauchen keine perfekte Mutter. Sie brauchen eine echte.
Eine Mutter, die zugänglich ist. Die Gefühle zeigt. Die auch mal sagt: „Ich kann gerade nicht.“
Denn genau das macht dich greifbar. Nahbar. Menschlich.
Und genau das ist es, was echte Verbindung schafft.
🌸 Du bist ihr Vorbild
Deine Kinder schauen nicht nur darauf, wie du sie behandelst.
Sie schauen auch darauf, wie du mit dir selbst umgehst.
Nimmst du dir Pausen? Achtet du auf deine Bedürfnisse? Oder stellst du dich immer hinten an?
Du bist ihr Vorbild in Sachen Selbstfürsorge.
Wenn du dich selbst verlierst, lernen sie genau das.
Wenn du gut für dich sorgst, lernen sie: Ich bin wichtig.
🤍 Was ich jeder Mama sagen möchte
Du darfst Pausen machen.
Du darfst Verantwortung abgeben.
Du darfst dich wichtig nehmen.
Du musst dich in der Mutterschaft nicht auflösen.
Du darfst immer noch du sein.
Kinder sind wundervoll. Aber es muss nicht alles schwer und kompliziert sein.
Jede Familie darf ihren eigenen Weg gehen.
Und der darf sich leicht anfühlen.
Für alle. Auch für dich.